Love Is All You Need

von Lars

Die Musical-Fabrik Hela hat wieder zugeschlagen: Beatlessongs vom Feinsten, singende Schüler auf der Bühne der Spezialpädagogikanstalt für Pflanzen und Steine, Laugenstangenverkauf in der Pause und überfüllte Parkplätze. Was will man mehr?

Folglich waren auch sehr schnell sämtliche Karten für das Musical ausverkauft. Natürlich schön, dass die Menschen sich doch noch für Kultur begeistern lassen, für mich aber beinahe fatal, da ich nur über Umwege eine Karte bekam.

Letzte Vorstellung am Dienstagabend, die Aula der Walddorfschule auch wieder voll wie 10 Russen, fast so als hätte Harry Weinfurt zur letzten Vorstellung von „Der Preis ist heiß“ mit Freibiersaufen eingeladen.

Kurze Einleitung und Begrüßung von der Lehr- und Tanzkraft Hella Mahrt und ab den Vogel. Chor und Orchester beginnen und erzählen dabei kurz die Vorgeschichte des Musicals, bevor es dann endlich richtig losgeht: Die junge Jude ist von zu Hause ausgebüchst und sitzt nun ohne Geld und Freunde auf der Straße. Ihr großer Traum: Singsangausbildung mit Hüftenschwingen und anschließendem berühmt und reich werden.

Alsbald läuft sie einem gepflegten Chauvinisten Namens Jojo über den Weg, der sich jedoch nur für Judes Körper interessiert. Sie erkennt das dreckige Spiel und flüchtet zu einer Gruppe Alternativer, die ein Musical aufführen wollen. Jude übernimmt schnell die Hauptrolle, da sie einfach Talent hat und die eigentliche Besetzung urplötzlich krank geworden ist. Der männliche Hauptdarsteller heißt Tim und ist ein schüchterner Knabe, der jedoch schon bei seinem ersten Soloauftritt beweist, dass er allemal Tinte auf dem Füller hat. Natürlich verlieben sich beide ineinander; natürlich gibt es eine kleine Katastrophe und natürlich geht alles gut aus. Trivial und herzerweichend. Das Publikum ist begeistert.

Ich auch. Natürlich.

Da kann man auch schon mal über die etwas flache Story hinwegsehen, zumindest das Musikalische überzeugte. Wie bereits erwähnt handelte es sich am Dienstagabend um die letzte Vorstellung, daher war es wohl auch nicht verwunderlich, dass die Darsteller noch den einen oder anderen (warmen) Spaßmacher einwarfen oder bereits während der Inszenierung einen Umtrunk begannen.

Um 23.15 Uhr war nach ewig langen Klatscheinlagen der Budenzauber vorüber und ich ging, wie die meisten anderen Zuschauer wohl auch, gut gelaunt nach Hause. Das was sowieso jeder weiß, wurde heute noch einmal bestätigt: Musicals von der Hela schocken.